„Manchmal braucht es ein wenig Mut und Entschlossenheit, um neue Wege zu gehen und das zu tun, was den Menschen wirklich hilft“, sagt Daniela Fiege, Vorstand des SAL, mit Hinweis auf eine eventuell vorhandene juristische Grauzone. „Aber wir haben es geschafft, die Häuser und das Hab und Gut der Menschen in den Starkregenhotspots mit überschaubarem Aufwand wirksam vor Überflutungsschäden zu schützen.“ Der Stadtteil Lünen-Süd ist durch Bergbau geprägt ist. Infolge von Bergsenkungen haben sich geografische Tiefpunkte gebildet, in denen sich bei Niederschlagsereignissen das Oberflächenwasser von umliegenden Straßen und befestigten Oberflächen sammelt. Der gesamte Zufluss in diesem Stadtteil aus der Mischwasserkanalisation, aus Oberflächenwasser und aus einem natürlichen Gewässer wird über ein Pumpwerk des Lippeverbandes aus dem Stadtteil heraustransportiert. Bei ergiebigen Niederschlägen stößt hier die Entwässerungsinfrastruktur an ihre Grenzen.
In kurzer Abfolge hohe Schäden – Die vom SAL erstellte Starkregengefahrenkarte weist in diesem Gebiet Hotspots mit einem hohen Überflutungsrisiko aus. Diese theoretischen Annahmen bestätigten sich in der jüngsten Vergangenheit gleich mehrfach: Bei Regenereignissen am 4. Juli und zehn Tage später am 14. Juli 2021, die beide als hundertjährliche Ereignisse eingestuft wurden, kam es bei Anwohnern genau in den prognostizierten Bereichen in kurzer Abfolge wiederholt zu massiven Wasserschäden. Die Fluten waren nicht aufzuhalten, Kellerfenster und Türen hielten dem Wasserdruck nicht stand. „In manchen Gebäuden stand das Kellergeschoss komplett bis unter die Decke innerhalb von wenigen Minuten unter Wasser mit den entsprechenden Folgeschäden an Inventar und Gebäudetechnik“, erklärt Matthias Krölls, Sachgebietsleiter beim SAL. „Einige Anwohner hatten gerade die gröbsten Schäden beseitigt, die neue Waschmaschine war wenige Tage angeschlossen, da kam der nächste Regen“, beschreibt Krölls die verzweifelte Situation von Betroffenen. Unabhängig davon, ob, in welchem Umfang und wie oft Versicherungen solche Schäden regulieren, fühlte man sich seitens des Entwässerungsbetriebes Lünen in der Verantwortung, die Betroffenen Bürger in diesen besonders überflutungsgefährdeten Bereichen zu unterstützen. „Das Problem für die am heftigsten Betroffenen liegt ja nicht ursächlich in deren Verantwortung. Sie sind Opfer der topografischen Situation und der Tatsache, dass sich auf ihren Grundstücken das Wasser von öffentlichen Straßen, von anderen höher gelegenen Grundstücken und letztlich auch aus der überlasteten Mischwasserkanalisation sammelt“, beschreibt Daniela Fiege das grundlegende Argument, den Eigentümern seitens des SAL mit konkreten Maßnahmen zu helfen.
Bei weiteren Fragen zum Thema Überflutungsschutz oder Maßnahmen stehen wir Ihnen gern unter folgender Rufnummer 02306 – 9104-0 zur Verfügung.
Der Artikel ist erschienen bei: BI Medien
Sehen Sie hierzu den Artikel SAL und Eigentümer erhalten Förderung durch Wiederaufbauhilfe NRW.
