Wie kann ich Niederschlagswasser nutzen?

Regenwasserbewirtschaftung - Möglichkeiten im Umgang mit Regenwasser

Es ist wichtig, nachhaltige Maßnahmen zur Regenwassernutzung und -versickerung zu fördern, um die Belastung des Kanalsystems zu reduzieren und die Umwelt zu schonen. Gerne können Sie uns kontaktieren, um weitere Informationen über Genehmigungsverfahren und Möglichkeiten im Umgang mit Niederschlagswasser zu erhalten. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Regenwasserversickerung - Voraussetzungen

Der Umgang mit Niederschlagswasser unterliegt einigen gesetzlichen Regelungen. Grundsätzlich sind Sie als Grundstückseigentümer dazu verpflichtet, das Niederschlagswasser in die öffentliche Kanalisation abzuleiten. Damit eine Versickerungsanlage überhaupt realisiert werden kann, ist es zunächst erforderlich, dass Sie von dieser Pflicht befreit werden. Dazu ist bei SAL ein Antrag auf Versickerung von Niederschlagswasser zu stellen. Stehen keine wasserrechtlichen, wasserwirtschaftlichen oder baurechtlichen Vorgaben entgegenstehen, kann die Befreiung in der Regel erteilt werden.
Bevor Sie eine Versickerungsanlage planen, sollten Sie zudem klären, ob es mögliche technische Hindernisse gibt. Wasserrechtliche Probleme könnten unter anderem durch das Vorhandensein von Altlasten entstehen oder aber dadurch, dass der vorhandene Boden nicht durchlässig genug ist, Wasser also nicht versickern kann. Dies kann mittels Bodengutachten oder durch einen Eigenversuch zur Versickerung nachgewiesen werden. Bei größeren Versickerungsanlagen ist immer ein Bodengutachte zu erbringen. Darüber hinaus gibt es viele technische Anforderungen an eine ordnungsgemäße Versickerungsanlage. Beim SAL erfahren Sie, welche Regel für solche Anlagen gelten. Gerne unterstützen wir Sie bei der Antragstellung.

Persönlich für Sie da
Andreas Grothusmann
Andreas Grothusmann

Berater Grundstücksentwässerung

andreas.grothusmann@sal-abwasser.de
02306 9104 -243

Roland Gutsch
Roland Gutsch

Berater Grundstücksentwässerung

roland.gutsch@sal-abwasser.de
02306 9104-242

Möglichkeiten zur Versickerung von Regenwasser

1. Flächenversickerung

Bei der Flächenversickerung wird das Niederschlagswasser gleichmäßig auf eine Fläche geführt, wo es flächenhaft versickert. Hierbei wird das Regenwasser über die vegetative Bodenschicht geführt und dadurch gefiltert. Für diese Art der Versickerung ist eine sehr gute Durchlässigkeit des Bodens erforderlich.

Flächenversickerung
Muldenversickerung

2. Muldenversickerung

Bei einer Muldenversickerungsanlage wird das Regenwasser wie bei der Flächenversickerung über die vegetative Bodenschicht versickert. Es wird eine Speicherfähigkeit über eine Vertiefung (Mulde) erzeugt und der Zulauf des Regenwassers erfolgt über ein Rohr, eine Rinne oder über eine befestigte Fläche. Der Vorteil einer Muldenversickerungsanlage gegenüber einer Flächenversickerung besteht darin, dass weniger Fläche zu Verfügung gestellt werden muss.

3. Rigolenversickerung

Bei einer Rigolenversickerung wird das Regenwasser nicht über eine vegetative Bodenschicht versickert. Hierbei wird das Regenwasser in ein vorher berechnetes und in den Boden eingebrachtes Speichervolumen geleitet. Eine Reinigung durch eine Oberbodenpassage erfolgt hierbei nicht. Der Rigolenkörper wird meist aus Kies (16/32 mm) hergestellt, andere Materialien, wie z.B. Lavagranulat, sind jedoch ebenfalls möglich. Alternativ können auch Kunststofffüllkörper verwendet werden, die sich gegenüber Kies (Porenvolumen je nach Körnung zwischen 25-35%) durch ein größeres nutzbares Volumen von über 90% auszeichnen. Im Zulauf der Rigole sollte möglichst ein Absetzschacht oder eine alternative Filtereinrichtung für einen Rückhalt von Grobstoffen angeordnet werden. Der Rigolenkörper sollte zum Schutz vor Verschlämmung mit einem Geotextil bzw. Filtervlies ummantelt werden.

Rigolenversickerung
Schachtversickerung

4. Schachtversickerung

In einem Sickerschacht (meist aus Beton) wird das Regenwasser unterirdisch eingeleitet, kurzzeitig gespeichert und versickert. Die Versickerung erfolgt über eine wasserdurchlässige Schicht am Boden und seitlich im umgebenden Kiesbereich des Schachtes. Ein Vorteil besteht darin, dass kein Platzbedarf an der Oberfläche entsteht. Gegenüber der Rigole ist aber eine relativ große Einbautiefe zu beachten. Ein Nachteil bei dieser Art der Versickerung ist, dass keine Reinigung des Regenwassers durch eine Oberbodenpassage erfolgt. Bedingt durch die unterirdische Anordnung findet auch keine nennenswerte Verdunstung statt. In Lünen ist diese Methode in der Regel aufgrund des geringen Grundwasserstandes nicht möglich.

Vorteile und Risiken bei einer Versickerungsanlage für Regenwasser

Vorteile

  • Als Gestaltungselement kann Sie Gebäude und Grundstücke ästhetisch aufwerten.
  • Können die Entwässerungskanäle entlasten.
  • Ein Teil des Wassers kommt dem Pflanzenwuchs zugute.
  • Die Verdunstung verbessert das Kleinklima.
  • Regenwasserversickerungsanlagen an der Oberfläche haben im Sommer einen kühlenden Effekt
  • Die Grundwasserneubildung und die Niedrigwasserführung wird verbessert.
  • Der Niederschlag wird durch die Oberbodenpassage gereinigt.
  • Ersparnis der Gebühren für das Niederschlagswasser

Risiken

  • Der Transport der Grobstoffe in einer Mischwasserkanalisation ist ggf. nicht mehr gewährleistet (Geruchsbelästigung, erhöhter Reinigungsaufwand).
  • Vernässungen an Bauwerken durch falsch berechnete oder nicht fachgerechte hergestellte Versickerungsanlagen.
  • Steigender Grundwasserstand
  • Funktionsstörungen der Versickerungsanlagen durch fehlende Wartung und Reinigung (z. B. Verschlammung, Porenvolumen setzt sich zu, Verdichtung des Oberbodens)

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Geoportal Lünen

Regenversickerungseignung

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Flyer Regenwassernutzung

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Flyer Regenwasserversickerung